Ein kurzer Abriss der Geschichte der

                            - Tälesflieger Deggingen e. V. -

 
Gleitschirme, auch Gleitsegel und Paragleiter genannt, sind motorlose, fußstartfähige Luftsportgeräte, die ein- oder auch –doppelsitzig geflogen werden können. Die Piloten benötigen zum Betreiben dieser Geräte einen Luftfahrerschein.

Die Wurzeln des Gleitschirmfliegens liegen im Fallschirmsport. Seit Mitte der 80iger Jahre begann eine rasante Entwicklung von den ersten fallschirmähnlichen Prototypen  zu den heutigen High-Tech-Fluggeräten. Die komplette Ausrüstung wiegt je nach Einsatzart und Gewicht des Piloten zwischen 10 und 22 Kilogramm und passt in einen Rucksack.

Im Flug sitzt der Pilot in seinem Gurtzeug steuert mit den Steuerleinen Richtung und Geschwindigkeit. Dabei nutzt der Gleitschirmflieger wie ein Vogel den thermischen Aufwind um Höhe zu gewinnen. So ist es möglich immer weitere Strecken zurück zu legen. Mehrere hundert Kilometer sind bei entsprechender Wetterlage keine Seltenheit mehr.

Einige Degginger sind bei dieser Sportart fast von Anfang an dabei und so lag es auch nahe bei uns auf der Schwäbischen Alb mit dem Gleitschirm abzuheben. Waren es anfangs nur kleine Sinkflüge nach Unterböhringen, so konnten im Frühjahr 1990 schon Flüge von über einer Stunde ins Flugbuch eingetragen werden. Gestartet wurde damals aus der Nordalbheide bei Ostwind und vom Kreuzberg oberhalb von Reichenbach bei Südwind. Immer häufiger und immer länger konnten die Degginger und Reichenbacher die bunten Segel über ihrer Gemeinde kreisen sehen und da lag es nahe, dass dieses „vogelfrei Tun“ den Neid anderer weckte. Und so begann eine regelrechte „Hexenjagd“, die uns zwang zunächst eine Interessengemeinschaft und später einen Verein zu gründen, um vor Gericht eine bessere (juristische) Position einnehmen zu können.

Am 18. April 1997 hoben dann zwanzig Männer und Frauen den neuen Verein im Jugendraum des TV Deggingen aus der Taufe, kreierten den Vereinsnamen „Tälesflieger Deggingen“ und wählten Wolfgang Schmid und Erich Schweizer zum ersten und zweiten Vorstand. Eine Satzung wurde verabschiedet und am 28. Mai 1997 wurde „unser“ Verein unter der Nummer 524 im Vereinsregister des Amtsgerichtes Geislingen eingetragen.

Rasch stieg die Mitgliederzahl auf über 40 und es herrschte eine regelrechte Aufbruchstimmung. Allerdings muss ab hier auf eine zweigleisige Weiterentwicklung zurückgeblickt werden:


Zum einen  blühte das “Vereinsleben“ durch das „gemeinsame“ Fliegen, durch Familienausfahrten, Urlaubsunternehmungen, gemeinsame Sicherheitstrainings und nicht zu vergessen unseres monatlichen Stammtisches regelrecht auf. Bis heute hält dieser Boom an, und obwohl einige unserer Vereinsmitglieder  zu den Nachbarvereinen in Neidlingen, Donzdorf,  Waldstetten und Stuttgart abgewandert sind, gibt es heute einen festen Stamm an Tälesfliegern, die einiges auf die Beine stellen, vor allem aber regelmäßig und erfolgreich in die Luft gehen. Vom Startplatz in Neidlingen, wo wir gerngesehene Gäste sind, fliegen wir regelmäßig  über unsere Heimatgemeinde Deggingen und weiter nach Osten.

Zum andern können wir bis heute noch kein Degginger Fluggebiet ausweisen, obwohl uns dieses von so vielen Seiten versprochen und zugesagt wurde. Mit dem Osthang am Sommerberg an der Nordalb haben wir einen idealen Flugberg bei Ostwind, von dem weite Flüge nach Westen möglich sind. Im Interesse des Vereins und der befreundeten Nachbarn haben wir uns auf die Fahnen geschrieben dort für das „Täle“ ein Fluggebiet zuzulassen. Überall auf der Alb und im Schwarzwald haben die Gemeinden für ihre Bürgerinnen und Bürger solche Flugmöglichkeiten geschaffen und tun es auch weiterhin. So wird es in naher Zukunft die Möglichkeit geben, dass auch hier die Jugend  einen Platz bekommt, auf dem sie diese lautlose, ästhetische und umweltverträgliche Sportart ausüben darf. Dafür setzen wir uns ein, das ist ein wichtiges Ziel des Vereins der „Tälesflieger Deggingen“.


Stand: Juli 2009

Aktualisiert ( Dienstag, 28. Juli 2009 um 15:36 Uhr )